Horsemopolitan Tagebuch Fotoshooting Teil II

Ja, was soll ich sagen, die Vorbereitung war 1A und super durchdacht. Ich fand meinen Plan genial und habe guten Mutes alles ordentlich im Auto verstaut für den nächsten Tag. Das alles mal wieder ganz anders verlaufen sollte, wie von mir in meinem Kopf ausgemahlt, sollte ich jedoch bald feststellen.
Für das Shooting hatte ich mir ein wundervolles Plätzchen auf unserem tollen Springplatz ausgesucht, direkt vor einem grünen Busch und mit einem schönem Hintergrund. Da es das letzte Wochenende vor unserem heimatlichen Turnier war, fanden alle Springstunden an diesem Tag leider anders als gedacht statt. Mein Setting fiel damit ins Wasser. Der von uns anvisierte Ersatzplatz kam leider auch nicht in Frage, die Sonne stand dafür falsch. Also blieb nur noch der allerletzte Notfallplatz übrig. Schließlich wollte ich unbedingt einen grünen Hintergrund und nicht wie beim ersten Shooting die roten Steine des Stallgebäudes. (So schön unser Stall auch ist, aber vor einem roten Hintergrund wirken weder die Pferde noch die Schabracken.) So, das Set-Problem war gelöst. Weiter gings zu Problem Nr. 2. Leider waren alle Mitglieder unseres Kompetenzteams an diesem Tag auch noch mit anderen Dingen in der Verpflichtung. Was im Klartext hieß, der Zeitplan und die Verteilung war zwar toll, aber wurde in diesem Moment der Erkenntnis unbrauchbar. Also doch wieder alles durcheinander, so wie jeder grad Zeit hatte. Pferd 1 und 2 waren schnell und ohne Probleme im Kasten. Und dann kam Dancer. Der schöne lackschwarze Dancer, dem alles steht und der sich eigentlich nur mal kurz schön hinstellen muss um die tollen Schabracken ins rechte Licht zu rücken. Leider hat uns Dancer einen Strich durch die Rechnung gemacht. Diese absolute Teilnahmslosigkeit, die sich jeder Reiter von seinem Pferd auf dem Turnier wünscht, war bei unserem Fotoshooting leider völlig unpassend, Dancer aber völlig egal. Selbst Steffi´s Lieblingsschabracke mit pinkem Rand hat ihn kaum angespornt unsere Produkte vorteilhaft zu präsentieren. Was soll ich sagen, er hat einfach den Ernst seiner Aufgabe nicht verstanden. 5 Leute um ihn herum haben ihn bespaßt und sich zum Affen gemacht. Die Ausbeute an Fotos war allerdings trotzdem sehr mager. Der Sport “sich zum Affen machen” und Temperaturen von über 30° sorgten dafür, dass wir alle ganz schön schlapp machten. Einfach irgendwie drauf die Schabracken und dann ein Foto – fertig. Erleichtert, als wir endlich meinten, es geschafft zu haben, wollte ich zusammenpacken und da war mein Problem Nr. 4. Wir hatten ein Schabrackenmodell ganz vergessen! Dank Janina haben wir es noch allein zu zweit durchgezogen und unsere Pferde mussten noch einmal herhalten. Die waren auch schon sichtlich genervt, aber was muss, das muss. Dabei entstand dann auch wieder das “Kartoffeloutfit des Monats”, und es war auch natürlich mal wieder mein armer Duki, der dafür herhalten musste. Was bedeutet Kartoffeloutfit? Dieser Begriff ist bei unserem ersten Shooting entstanden und wir werden ihn wohl nicht mehr los. Das ist für uns die Kombination von Pferd und Schabracke, die so gar nicht geht, also mit so einem Dress würdet ihr niemals die Umkleide verlassen! Da der Duke mit seiner Farbe doch sehr speziell ist, trifft es oft leider ihn. Ich hätte es ihm gern erspart. So etwas sieht eine Pferdemama nicht gern, wenn sich von allen Seiten darüber lustig gemacht wird. Aber hier an dieser Stelle sei gesagt. Der Duke steht darüber! Zumal der arme Kerl auch noch einen Springsattel und eine Springschabracke tragen musste. Da er einen absoluten Dressurpferde-Körper hat und zu einem wirklich nur sehr kleinem (!) Bäuchlein neigt, sieht allein schon der Springsattel sehr merkwürdig aus. Meine Reitbeteilung nannte es Playmobilsattel auf einem Mastschwein oder so ähnlich. Bitte denkt bei euren Kommentaren daran, dass in Duki´s Herz und auch in meinem (!) eine empfindliche Seele wohnt! Dies war Teil II unserer Fotoshooting Reihe. Und da ich ja nun so viel über das Kartoffel-Outfit geschrieben habe, will ich es Euch natürlich nicht vorenthalten. In Teil III geht es ähnlich chaotisch weiter und es folgen ja noch die ganzen schönen Bilder. (Man soll es nicht glauben, aber wir hatten auch was Brauchbares im Kasten!) An dieser Stelle sei noch einmal gesagt, dass wir das alle aus reinem Spaß machen, keiner von uns hat eine Ausbildung zum Fotografen oder Designer oder sonst etwas kreatives in diese Richtung. Ich freue mich, wenn Ihr weiterhin bei uns am Ball bleibt. Viele Grüße, Eure Claudia

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